Zwei Tage unter dem Motto „Und erstens kommt es anders“. Denn eigentlich wollte ich am Samstag in aller Frühe ins Waldviertel nach Armschlag aufbrechen, dem „Mohndorf“ Niederösterreichs, um dort im Morgenlicht die Mohnfelder zu fotografieren. Dies habe ich meinem Vater, einem Fotografen vorgeschlagen, der jedoch nicht so begeistert vom frühen Aufstehen war. Deshalb haben wir beschlossen, uns ein Zimmer in Spitz an der Donau zu nehmen, einen netten Wein- und Heurigen-Abend dort zu verbringen und am Samstag in der Früh von dort aus nach Armschlag zu fahren. Außerdem wollte ich am Rückweg in Spitz Wachauer Marillen für die beste Marillenmarmelade der Welt kaufen. Soviel dazu.

Änderung 1: Mein Vater hat mich versetzt, also ist mein Mann Michael mitgekommen.

Änderung 2: Ich bin am Samstag krank geworden (und nein, es war kein Restalkohol 😉 ), deshalb haben wir Armschlag nur gestreift. Und Mohnfelder gab’s dort auch keine.

Änderung 3: Keine Marillen, ich war viel zu fertig.

Spitz an der Donau – des Weinliebhabers Freude

Obwohl ich schon oft in die Wachau gefahren bin (meistens um Marillen zu kaufen), kannte ich Spitz bis dato noch gar nicht. Ich hatte deshalb auch wirklich gar keine Vorstellung davon.

Übernachtet haben wir in einer netten kleinen Unterkunft namens „Gästehaus zur schönen Aussicht“. Der Name ist übrigens Programm.

Die Aussicht vom Gästehaus zur schönen Aussicht in Spitz an der Donau. Wanderhunger Schlafzimmer im Gästehaus zur schönen Aussicht in Spitz an der Donau. Wanderhunger

Kleiner Kritikpunkt: Vor dem Eingang steht ein eigentlich schöner, großer Tisch auf der Terrasse. Trotz unserer Reservierung war er vollgeräumt mit schmutzigem Gartenwerkzeug. Kein so toller Anblick. Das Zimmer war aber wirklich schön, neu renoviert und großzügig.

Spazierengehen deluxe

Wer gerne spazieren geht, leichtes Auf und Ab dabei gerne mag, ohne dass es zu anstrengend wird: Willkommen in Spitz. Nicht nur das hübsche Stadtzentrum lädt zu einem Rundgang ein, es gibt tolle Straßen und auch Wanderwege durch die Weinberge. So konnten wir vom ersten Heurigen zum zweiten Heurigen über den 1000-Eimer-Berg ganz entspannt schlendern und dabei tolle Aussichten genießen. Auch in die Einfahrten und Gärten der Häuser sollte man hineinschauen. Die meisten davon sind toll hergerichtet, haben schöne, überwachsene Bögen und Pergolas und sehen wirklich romantisch aus.

Schöner und gepflegter Hauseingang, Hauseinfahrt in Spitz an der Donau. Wanderhunger Ein schöner, bewachsener Eingang zu einem Haus in Spitz an der Donau. Wanderhunger Auf dem Weg ins Dorfzentrum von Spitz an der Donau. Wanderhunger Martina vor der Burg in Spitz an der Donau. Wanderhunger

Blick von der Donau aus auf Spitz an der Donau mit der dahinterliegenden Burgruine. Wanderhunger

Wachauer Wein und Buschenschanken

Was wäre ein Ausflug nach Spitz ohne Wein? Nachdem es schon Abend war, als wir angekommen sind, haben wir uns sehr auf unser erstes Glaserl gefreut. Buschenschanken haben nicht immer geöffnet. Üblicherweise gehören sie zu Winzern, die dort ihren Wein und einfache Speisen servieren. Welche Buschenschank wann geöffnet hat, entnimmt man am besten dem Heurigenkalender.

An unserem Wochenende waren es nur zwei, also kehrten wir zuerst bei Lechner ein, der sich mittem im Spitzer Zentrum befindet, und wanderten anschließend über den Weinberg hinüber zu Schöberl. Wenn das kein angenehmer Grund für ein bisschen Bewegung ist 😉

Die Buschenschank Lechner hat einen sehr schönen Innenhof, wie aus dem Bilderbuch. Freie Plätze? Leider Mangelware. Nachdem wir aber ohnehin noch weitergehen wollten, haben wir es uns einfach im Stübchen bequem gemacht, uns dort durch die Weißweine gekostet und einen kleinen Snack gegessen (Grammelschmalzbrot und gefülltes Wachauer Leiberl, mhmmm).

Eingang zur Buschenschank von Weinbau Lechner in Spitz an der Donau. Wanderhunger

Gut gestärkt sind wir über den 1000-Eimer-Berg weitergewandert. Am Weg hätten wir einen tollen Heurigen gesehen, der auch frische Marillenknödel im Angebot hatte. In Erwartung der nächsten Buschenschank sind wir aber weitergegangen. Ich bin also leider um meine Marillenknödel umgefallen…

Blick in einen Weingarten mit den Weinreben in Spitz an der Donau. WanderhungerKleine Straßen führen über die Weinberge in Spitz an der Donau. Wanderhunger

Das Weingut Schöberl hat einen wunderbaren Garten, wo man direkt neben den Weinreben sitzt. Ganz so, wie man sich eine Buschenschank vorstellt. Herrlich romantisch übrigens! Und die Wildwürstel waren sowas von gut, um sie zum Wein dazu zu naschen.

Der Treppenaufgang zur Buschenschank des Weinguts Schöberl, Pichlhof, in Spitz an der Donau. Wanderhunger

Mein Fazit zu Spitz

Ein toller Ausflug über zwei Tage. Ich könnte mir ausgezeichnet vorstellen, dass es sich perfekt für Familienausflüge eignet. Eine Nacht zahlt sich wirklich aus, alleine schon, damit man genug Wein probieren kann! 🙂 Und die Spaziergänge und netten Wanderungen sind auch für Kinder und ältere Personen sehr gut schaffbar.

Ein Abstecher ins Mohndorf

Wie ich oben schon angekündigt habe, war unser Abstecher ins Mohndorf Armschlag am folgenden Tag sehr kurz. Direkt beim Mohndorf gab es leider auch keine blühenden Mohnfelder. Dafür ist aber wirklich alles auf Mohn ausgelegt. Die Gasthäuser, Führungen, Gärten… einfach alles. Eine tolle Ausflugsidee mit Kindern!

Der schön angelegte Mohngarten im Mohndorf Armschlag im Waldviertel. Wanderhunger

Nachdem es mir nicht gut ging, sind wir rasch wieder gefahren, ab Richtung Heimat. Wir hatten allerdings echt Glück: Auf der Fahrt nach Hause sind wir etwa 15 Minuten außerhalb des Mohndorfs Armschlag tatsächlich noch an einem prachtvollen Mohnfeld vorbeigekommen. So in etwa habe ich mir das vorgestellt!

Ein blühendes Mohnfeld im Waldviertel in der Nähe des Mohndorfs Armschlag. Wanderhunger

Tja, wer braucht Lavendelfelder, frage ich mich… 🙂

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