Dieses Wochenende war nicht gerade das Wochenende meines Lebens. Nach Düsseldorf bin ich geflogen, um meine Tante und meinen Onkel zu besuchen, die etwa eine Autostunde südlich von Düsseldorf wohnen. Dort habe ich den Freitag und meinen Samstag Vormittag verbracht. Soweit war ja noch alles gut.

Aber dann bringe ich meinen Mietwagen zurück zum Flughafen, und der Mitarbeiter findet einen Kratzer, den ich nicht (!!) verursacht habe, und der in der sehr schlecht beleuchteten Garage trotz genauer Kontrolle einfach nicht zu erkennen war. Und das in Kombination mit der Tatsache, dass ich über einen günstigen Vermittler online zwar „ohne Selbstbehalt“ gebucht habe, aber dann beim Autovermieter dennoch 800 Euro Selbstbehalt unterschreiben musste.

Kurz zusammengefasst: Es ist alles insofern gut ausgegangen, als dass ich den von mir nicht verursachten, aber leider auch nicht vorher vermerkten Schaden an den Autovermieter zwar bezahlen muss, der Autovermittler mir diese Summe aber ersetzt. Wer weiß wie lange das dauern wird, aber Hauptsache es ist so.

Aber: Meine Laune am Samstag Vormittag war im Keller. Das Regenwetter in Düsseldorf hat das auch nicht besser gemacht. Deshalb bin ich mit meiner Flugbuchung zum Lufthansa-Schalter gestürmt und wollte meinen Flug umbuchen und sofort nach Hause fliegen.

Merke: Wenn du einen günstigen, nicht-umbuchbaren Flug buchst, dann ist der nicht umbuchbar. Offenbar habe ich mit meiner Leidensmiene der Angestellten am Schalter zwar leid getan, aber sie konnte nichts für mich tun. Ich sollte mir einen neuen Flug buchen. Kurz die Preise gecheckt – ganz sicher nicht.

Also habe ich meinen Grant (österreichisch für Ärger) beiseite geschoben und mich mit Köfferchen auf den Weg zum Düsseldorfer Hauptbahnhof gemacht. Und eines habe ich beschlossen: Wenn meine Zeit in Düsseldorf schon so ärgerlich beginnt, dann verzichte ich auf das geplante Sightseeing, und gebe mir eben 24 Stunden lang nur Genuss. Als Entschädigung sozusagen. Und DAS geht in dieser Stadt, in der ich bisher vor vielen Jahren nur einmal ganz kurz gewesen bin, ganz ausgezeichnet.

24h Self-Treatment in Düsseldorf

Hotel Lady Astor

Da ich alleine unterwegs war, habe ich ein Hotel gesucht, das

  • von der her Lage attraktiv ist,
  • möglichst günstige Einzelzimmer bietet
  • und gleichzeitig etwas Besonderes hat.

Und mit dem Hotel Lady Astor habe ich voll ins Schwarze getroffen! Nur 7 Minuten zu Fuß vom Düsseldorfer Hauptbahnhof entfernt ist es sehr einfach zu erreichen. In die Innenstadt geht man gute 10 Minuten zu Fuß, man kann aber auch die öffentlichen Verkehrsmittel benützen.

Das Hotel selbst liegt in einer ruhigen Nebenstraße und ist von außen ganz unscheinbar. Ich habe beim Hotel „Lady Astor“ geklingelt, wurde aber nach gegenüber ins Hotel „Sir Astor“ verwiesen, wo auch mein Zimmer lag. Das Personal war sehr freundlich, und da ich noch zu früh dran war, um mein Zimmer zu beziehen, konnte ich meinen Koffer schon in Verwahrung abgeben.

Mein Einzelzimmer war klein, aber völlig ausreichend, und entzückend eingerichtet. Ich habe mich gefühlt, als würde ich in England in einem Cottage einziehen. Das Bad war bestückt mit Shampoo, Duschgel, Wattepads und Wattestäbchen zur freien Entnahme, auf dem Schreibtisch stand unter einer Miniatur-Kuchenhaube ein kleines Stück Kuchen und auf dem Bett lag, zusammen mit einer netten Karte vom Zimmermädchen, ein Stück Schokolade.
Kurzum: Ich fühle mich sofort willkommen.

Auf das Frühstück habe ich zugunsten der Erforschung von Düsseldorfer Frühstückslokalen verzichtet. Aber es hat ausgezeichnet gerochen. 🙂 Der Aufpreis dafür ist € 9,– pro Person.

Nachdem ich um 9:00 am nächsten Tag ausgecheckt habe, war es wiederum kein Thema, dass ich meinen Koffer noch im Hotel verwahrt lasse, bis ich abreise.

Einziges kleines Manko: Die Rohrleitungen sind völlig ungedämmt. Wenn also im Zimmer nebenan oder drüber jemand duscht oder die Klospülung drückt, dann ist das echt laut. Wer hier also empfindlich ist, sollte sich Ohrstöpsel einpacken.

Ansonsten meine volle Empfehlung. Ich würde hier jederzeit wieder gerne übernachten.

Auf zum Highlight: Der Markt am Carlsplatz

Wie ihr ja bereits aus meinen Berichten über Berlin, Venedig und London wisst, bin ich ein totaler Markt-Freak. Wenn ich in einer fremden Stadt einen tollen Markt entdecke, brauche ich keine Sehenswürdigkeit mehr. Und so ging es mir auch mit dem Markt am Düsseldorfer Carlsplatz. Unter einem Dach drängen sich dicht an dicht Marktstände mit frischem Gemüse, bunt leuchtenden Blumen, frischem Fleisch, Wurstwaren, Käse und Lokale, von der Weinbar über das Steak-Lokal bis hin zur Patisserie. Hier kann man problemlos Stunden verbringen, und das habe ich auch getan. Ich habe mich vom Glas Riesling über Austern und einem perfekt gebrateten Ribeye-Steak bis hin zu wunderschönen Mirror-Glaze-Pralinen durchgefuttert und dazwischen Foto um Foto um Foto gemacht. Und zu dieser genussreichen Zeit kommt noch, dass die Düsseldorfer nicht nur ein sehr nettes, sondern auch ein sehr lustiges Völkchen sind. Die häufig gestellte Frage „Sie sind aus Österreich?“ wurde stets mit einem freundlichen Lächeln und Erzählungen aus dem letzten Österreich-Urlaub ergänzt.

Merke: Von dieser Freundlichkeit können wir Österreicherinnen und Österreicher uns deutschen Touristen gegenüber gerne eine dicke Scheibe abschneiden.

Der Carlsplatz liegt übrigens direkt an der Düsseldorfer Altstadt und gehört daher von Montag bis Samstag unbedingt auf die To-Do-Liste für Düsseldorf-Besucher.

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Schlendern & Shoppen in der Altstadt

Am 10. November hieß es „es weihnachtet sehr“ in Düsseldorf. Zwar hat die Weihnachtsbeleuchtung über den Straßen noch nicht geleuchtet, aber die riesigen Einkaufstempel wie Kaufhof, Karstadt oder Schadow Galerien & Co haben das mehr als wettgemacht. Neben ihnen gibt es ein Geschäft nach dem anderen, das ich wirklich gerne leergekauft hätte. Zum Glück ziehe ich in zwei Wochen für mehrere Monate nach Thailand, meine Selbstbeherrschung ist also momentan auf dem Höchststand. Wozu Winterklamotten und -schuhe kaufen, wenn ich bald jeden Tag 35° habe.

Aber eines habe ich mir dann doch gegönnt. Und zwar einen knallroten Lippenstift samt Lipliner bei MAC Cosmetics in der Galeria Kaufhof. Dazu muss ich erzählen, dass ich mir niemals die Lippen schminke. Niemals, niemals. Obwohl ich so gerne würde. Ich habe Frauen immer bewundert, die diese tolle Farbe auf ihren noch tolleren Lippen tragen. Aber die Zeit war reif und der Tag gekommen, und die nette Visagistin von MAC hat mich nicht nur ausgezeichnet beraten, sondern auch wunderbar geschminkt (wenn das Zeug nicht so teuer wäre, hätte ich ja die Foundation und dieses tolle Rouge auch gleich mitgenommen).  Und auch wenn ich mir vorgekommen bin, als würde ein leuchtender Pfeil auf mich zeigen, hat mich doch keiner dumm angeschaut. Ich habe es genossen. Und bin ab sofort ein Fan von roten Lippen. Ich hoffe, ich trau’s mich wieder 😉
(Und ich hoffe, ich bekomme ihn wieder: Ich Depp habe nämlich bei der Rückfahrt vom Wiener Flughafen nach Hause meinen Koffer im Zug liegen lassen.)

Martina Stasny in Düsseldorf, Autorin von Wanderhunger

Maniküre: superbillig & supergut

Mit meinen chicen roten Lippen habe ich einen stirnrunzelnden Blick auf meine schwer vernachlässigten Nägel geworfen. Und nach einer kurzen Google-Recherche hat sich herausgestellt, dass die Düsseldorfer Innenstadt nicht nur reich an Nagelstudios ist, sondern die auch megagünstig sind!! Total empfehlen kann ich American Nails & Spa, bei denen ich nach einem Anruf gleich einen Termin bekommen habe für Maniküre + Nagellack, und das für unglaubliche € 17,–. Seit laufe ich mit perfekten Nägeln herum und wünsche mir den gleichen Laden in meine Heimatstadt.

Abendessen auf Asiatisch

Abends hatte ich totale Lust auf Asiatisch. Und wie ich am Weg vom Hotel in die Innenstadt gesehen habe, reiht sich in der Klosterstraße ein asiatisches Lokal an das nächste. Also habe ich mich auf den Weg zum Hotel gemacht und festgestellt, dass sich vor den Restaurants lange Menschenschlangen reihen! Hier wird draußen gewartet, bis der nächste Tisch frei ist. Echt perfekt für Alleinreisende übrigens: Eine einzelne Person kann schnell und unkompliziert platziert werden.

Per Zufall habe ich mich für das Restaurant Takumi Nr. 3 entschieden. Ein japanisches Ramen-Restaurant. Übrigens lebt hier in Düsseldorf Deutschlands größte japanische Gemeinde, wie ich erfahren habe. Das spricht eindeutig für den Besuch eines japanischen Restaurants.
Und es war so lecker! Mein riesiger Ramen hatte aufgrund seiner Größe nicht nur ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern war auch einfach nur gut. Dazu ein Bier, wir sind ja in Düsseldorf. Danach habe ich meinen nach Markt- und Restaurantbesuch gut gefüllten Bauch ins Hotel geschleppt.

Gesundes Frühstück im Hipster-Lokal

Auch wenn mich am Sonntag der Duft von frischem Gebäck in meinem Zimmer aufgeweckt hat, so habe ich der Versuchung und den ernsthaften Überredungsversuchen des Rezeptionisten tapfer widerstanden und habe mich nach dem Check-Out auf den  Weg nach Unterbilk  zum Greentrees gemacht. Zum einen steh ich’s mir wirklich auf diese gesunden und frischen Hipster-Frühstücksangebote, zum anderen sind die auch sowas von fotowürdig!

Das Greentrees hat mich in keiner Hinsicht enttäuscht. Ultrafotogenes, gesundes und leckeres Frühstück. Zum Glück war ich nicht die einzige, die ihren Cappuccino, das hausgemachte Buchweizen-Granola mit Joghurt und Früchten und den frischgepressten „Yolo with Yellow“ Juice von allen Seiten fotografiert hat.

Übrigens ist in dem Lokal, zumindest was die Bestellung und das Bezahlen angeht, Selbstbedienung. Hat recht lange gedauert, bis ich das gecheckt habe. Gegenüber von mir saß ebenfalls eine Besucherin alleine an ihrem Tisch, die hatte das auch nicht verstanden. Ein Hinweis-Schild oder eine Info für Erstbesucher wäre praktisch gewesen. Aber zum Glück bin ich nicht instantly vom Fleisch gefallen. 🙂

Minimal-Sightseeing

Auch wenn man kein Sightseeing machen will, so kommt man doch (zum Glück) an den wichtigsten Landmarks automatisch vorbei. Dank meines Besuchs im Greentrees bin ich nach fünf Minuten Gehweg direkt am Fuße des Rheinturms gelandet und habe mich von dort die Rheinuferpromenade entlang zurück in die Altstadt fotografiert.

Mit meinem Lensball (aka Kristallkugel) werde ich ganz schön doof angeschaut. Ich glaube, es ist den Leuten nicht ganz klar, ob ich jetzt eine Hellseherin bin oder einfall nur einen Knall habe. Und dass ich auch noch durch sie durchfotografiere. Who cares, denke ich mir, und packe dazu auch noch mein Stativ aus, das zusammengeklappt aussieht wie ein Selfie-Stick. Frei nach dem Motto: Ich bin Touristin, haltet doch von mir, was ihr wollt.

Die Rheinuferpromenade mit der Aussicht auf drei Brücken, den Rheinturm, das Riesenrad und den Schlossturm ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert, auch weil das nächste Lokal nie weit entfernt ist. Von meinem letzten Kurzbesuch in Düsseldorf weiß ich noch, dass sich hier im Sommer auf den Wiesen alles versammelt, was gerne Sonne tankt. Dafür war es im November zu kalt und nass, aber es ist definitiv ein Grund, bei warmem Wetter diese hübsche und sympathische Stadt nochmals zu besuchen. Vielleicht schaffe ich dann auch einen „echten“ Stadtbericht, und nicht nochmal einen nur über’s Essen, Trinken und Schönmachen. 🙂

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