Ein Tag in Wels? Das klingt ja im ersten Moment nicht gerade ultraspannend. Die Kleinstadt im Zentralraum Oberösterreichs mit gerade mal überschaubaren 60.000 Einwohnern ist vielleicht für einen Urlaubstag nicht gerade DER Ersatz für Wien oder Graz. Dennoch bitte ich darum, meine Heimatstadt Wels nicht zu unterschätzen! 🙂 Als ich ein Teenager war, war es hier wirklich öde. Öde öde. In den letzten Jahren hat sich die Stadt jedoch so richtig gemausert. Und deshalb möchte ich euch heute auf einen Tag in Wels entführen und euch zeigen, was man hier so alles machen kann!

 

 

Frühstück: der beste Start für den Tag in Wels

Zugegebenermaßen wollte ich euch eigentlich in’s Café Traunzeit entführen. Das ist seit seiner Eröffnung das coolste Kaffeehaus der Stadt und bringt mit Bagels, Smoothie Bowls & Co etwas Hipster-Schwung und Großstadt-Geheimtipp-Feeling nach Wels. Hier gleich mein erster Tipp für euch: RESERVIEREN! Dann geht es euch nämlich nicht so wie mir, und ihr steht nicht um 9:12 vor vollbesetztem und ausreserviertem Hause.

Frühstückstechnisch bietet Wels aber zum Glück gute Alternativen, deshalb ab In’s Haas im wunderschönen Haashof (an Samstagen ist auch hier eine Reservierung angesagt). Der Cappuccino ist ausgezeichnet, es gibt verschiedene Frühstücksvarianten und auch ein Buffet. Völlig unschlagbar ist aber das Birchermüsli. Das unfassbar genialste Birchermüsli überhaupt. Meine liebe Freundin Steph und ich rätseln schon seit (ungelogen) JAHREN, was genau es so genial macht. Wir tippen auf Schlagobers. Das wurde allerdings von der Küche auf Nachfrage hin mal verneint. Vielleicht ultrafettes griechisches Joghurt? Ich habe keine Ahnung und genieße einfach!

Frühstücksbuffet im In's Haas in Wels, Frühstück, ein Tag in Wels

Ein weiterer guter Tipp für’s Frühstück in Wels:

Café-Konditorei Urbann, der Welser Klassiker

Stadtspaziergang & Sightseeing

Hey, keine Schnarchgeräusche! Erstens ist der historische Kern von Wels nicht gerade groß. Und zweitens gibt es hier, sogar für Welser, wirklich ein paar Highlights zu entdecken. Und nach einem guten Frühstück ist ein Spaziergang ohnehin die beste Wahl.

Wir beginnen in der gemütlichen Minoritengasse und spazieren den Mühlbach entlang. Dieser Bereich wurde richtig toll hergerichtet und bietet an warmen Tagen viele Sitzmöglichkeiten zum Chillen. Zu entdecken gibt es sowohl Reste der alten Stadtmauer sowie den hübschen Wasserturm.

Spaziergang in der Minoritengasse am Mühlbach mit Wasserturm und Minoritenkloster, ein Tag in Wels, Wanderhunger

Zum Stadtplatz kann man entweder durch den beeindruckenden Kremsmünsterer Hof oder am Minoritenkloster vorbeigehen. Nun stehen wir mitten im Welser Zentrum. Der Stadtplatz ist gesäumt von Bürgerhäusern und am westlichen Ende begrenzt durch den letzten noch erhaltenen Stadtturm: den Ledererturm. Im Rahmen einer Stadtführung kann man ihn auch besichtigen. Am Besten schlendert man diesen schönen Platz einfach ab und versucht dabei, nicht in eines der Kaffeehäuser abzubiegen. Zumindest bis zum Hoffman’schen Freihaus müsst ihr es schaffen, dem „Haus der Salome Alt“, die im 17. Jahrhundert die Geliebte des Salzburger Erzbischofs und damit die berühmteste Bewohnerin war.

Ledererturm von Wels am Stadtplatz in Wels, ein Tag in Wels, Wanderhunger

Gleich um’s Eck ist ein echtes Juwel von Wels zu finden: die Burg Wels mit ihrem wunderbar gepflegten und schönen Garten. Kaiser Maximilian I, „der letzte Ritter“, verstarb in dieser Burg 1519 und verband so seinen Namen für immer mit der Stadt Wels.

Burg Wels mit Burggarten, ein Tag in Wels, Wanderhunger

Wer sich für Kirchen interessiert, sollte auch gleich die Stadtpfarrkirche Wels in den Spaziergang einbauen. Ich erinnere mich an zwei Aufenthalte in dieser Kirche: zu meiner Erstkommunion und letztes Jahr zu einer sehr spannenden Führung im Rahmen eines Stadtrundgangs. Ersterer war aufregender, zweiterer informativer. 🙂

Unbedingt auf die Liste der Top-See’s für euren Tag in Wels gehört auch noch das Schloss Polheim auf der Freiung. Auf keinen Fall dürft ihr es auslassen, wenn ihr mit Kindern unterwegs seid, denn hier befindet sich eindeutig der coolste Spielplatz von Wels (mein Mann zu mir letztens beim Vorbeigehen: „Glaubst es schaut blöd aus, wenn ich rutschen gehe?“)

Schloss Polheim Pollheim auf der Freiung in Wels, ein Tag in Wels, Wanderhunger

 

Und damit haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auch schon durch. Ich hab schließlich versprochen, dass es nicht so schlimm wird! Auf jeden Fall empfehlen kann ich die vom Stadtmarketing angebotenen Führungen durch die Stadt zu verschiedenen Themen, die sind echt interessant. Auf meiner To-Do-Liste steht vor allem noch der Nachtwächterrundgang, aber ich befürchte, der wird erst wieder im Herbst angeboten.

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Museen & „echte“ Kultur

Wie ich schon mehrfach in meinen Beiträgen von mir bekannt gegeben habe: die große Museumsgeherin bin ich nicht. Wer allerdings ein Faible für Museen hat, ist auch in Wels gut aufgehoben. Hier die „Top 3“ der Stadt:

WELIOS Sciencecenter, das „Mitmach-Museum“, das besonders Kinder und Jugendliche total begeistern wird

Museum Angerlehner, der jünste Museums-Zuwachs, befindet sich in Thalheim bei Wels, und zeigt die private Gemälde-, Skulpturen- und Fotografiesammlung von KR Heinz Angerlehner in einem tollen modernen Gebäude mit eigenem Traun-Steg.

Das Minoritenkloster zeigt die archäologische Sammlung und bietet einen Einblick in Wels‘ römische Vergangenheit.

Daneben gibt es für die Interessierten unter euch noch einige weitere Museen und Galerien in Wels, eine Übersicht findet ihr hier.

Ein gutes Glaserl und endlich… Shopping!

Booze & Shop am stadtplatz: Die Raumbar

Ab in die Raumbar am Stadtplatz! Dieses tolle kleine Lokal hat einen unschlagbaren Vorteil: Während man ein Glas guten Wein oder Prosecco schlürft, kann man gleich in den vielen Wohnaccessoires und kulinarischen Schmankerln gustieren, die die Raumbar bietet. Ich habe es heute mit Ach und Krach geschafft, zwei ganz tolle Trinkgläser NICHT zu kaufen, die doch „so perfekt für den nächsten Aperol Spritz“ wären. *seufz* Was ich allerdings unbedingt haben wollte, war eines der genialen Sprüche-Schilder an der Wand hinter den Tischen. Leider sind aber ausgerechnet die unverkäuflich. 🙂

Raumbar in Wels mit Verkaufsraum und Tisch, Tag in Wels

Ein echtes Shopping-Highlight: das Fashion Cafe

Ich weiß schon, warum ich erst heute zum ersten Mal im Fashion Cafe war: Ohne einen vollen Sack wieder herauszukommen ist einfach VÖLLIG unmöglich! Dieses Geschäft hat ein ganz besonderes Konzept: Es öffnet seine Pforten nur einmal pro Monat für wenige Tage und bietet ganz tolle italienische Mode zu noch viel tolleren Preisen an. Dann ist wieder bis zum nächsten Monat geschlossen, während dieser Zeit werden neue Stücke aus Italien geholt (und Geld gespart für die kommende Shoppingtour). Neben den schönen Stücken, die sonst niemand hat, sind auch die Atmosphäre und die liebe Beratung genial. Dank eines Gläschens Sekt und entspanntem Ratschen ist mein Kleiderschrank seit heute um einen Maxirock und ein chices Oberteil reicher.

Angebot des Fashion Cafe Wels, ein Tag in Wels, Shopping

… und noch mehr schönes Gewand im Valérie

In der Mitte der Welser Schmidtgasse gelegen kommt man am Schaufenster nie ohne Stehenbleiben vorbei: das Valérie. Kleidung, Schuhe und Accessoires. Ein bisschen Boho, ein bisschen Hipster, aber immer tragbar und etwas Besonderes. Das tolle Kleid, das ich heute schon in der Hand hatte, habe ich wieder zurückgehängt. Mein Kleiderkasten hält das für eine sehr schlechte Entscheidung. Ich komme also wieder!

Shopping in Wels, Valerie, Kleidungsgeschäft, Tag in Wels

… das war noch längst nicht alles.

Stadtplatz, Ringstraße, Schmidtgasse, Pfarrgasse und Bäckergasse bieten einige lässige Geschäfte und sind ideal für den kleinen Shoppingtrip zwischendurch geeignet. Ich rate zum Schlendern, Window-Shopping und Entdecken! Was ist neben Kleidung shoppen das Schönste? Natürlich Schuhe und Schokolade. Garantiert fündig wird man im Schuhgeschäft GANGart und in der Coccolateria Marinello. Auch die internationalen Ketten sind hier angesiedelt. Und weil auch die Herren der Schöpfung etwas zum Anziehen brauchen (auch wenn das meist nachdrücklich verneint wird): Auf zu Gerard mit euch. Höherpreisig, aber einfach richtig tolle Sachen, vom lässigen T-Shirt bis hin zum edlen Dreiteiler.

Zeit für den Aperitif

Was darf nicht nur an einem Tag in Wels, sondern an gar keinem Urlaubstag fehlen? Richtig, ein erfrischender Aperol Spritz! Also ab in den Schwarzen Dackel, praktischerweise gleich neben Valérie gelegen (so muss man die vollen Einkaufstaschen nicht so weit schleppen). Ob man es sich an den eleganten Hochtischen vor dem Schwarzen Dackel oder an den gemütlichen Kaffeehaustischen der Café-Konditorei Urbann gemütlich macht ist ganz egal – die beiden gehören ohnehin zusammen. Wer erfrischt werden will bestellt einen Drink, wer Energie benötigt einen Cappuccino und eine der unglaublichen Torten. Übrigens habe ich noch kein Kaffeehaus gefunden, dessen Torten besser wären als die von Urbann. Allerhöchstens gleich gut, aber auch das nur ein- oder zweimal. Ich bin ein Riesenfan des Bubikopfs. Und dazu die „echte“ heiße Schokolade mit Schlag, kalorientechnisch ist das auch schon wurscht. Zuviel essen ist aber nicht angesagt, denn auch essenstechnisch bietet Wels noch ein paar geniale Ecken!

Aperol Spritz im Schwarzen Dackel in Wels, Schmidtgasse, ein Tag in Wels

Endlich Essen!

Als kulinarisches Highlight meines Wels-Tags gehe ich inein kleines Lokal, das leider keine Website besitzt: das thailändische Restaurant Wan Waan in der Vogelweiderstraße 3. Wer Thai-Food schätzt, ist hier an der richtigen Stelle, denn authentischer wird es nicht, und die Preise sind mehr als moderat! Vorsicht: Das Lokal besitzt keine Lüftung, man riecht also nach dem Rausgehen zum Teil stark nach Essen.

 

Noch mehr Lokaltipps in Wels gewünscht? Et voilá:

Osteria da Nonna Nena. Ohne Reservierung geht hier gar nichts, denn dieses kleine Lokal hat nur eine Handvoll Tische. Die Menükarte ist handgeschrieben und überschaubar, alles schmeckt wie in Bella Italia. Ein echter Traum für Italo-Fans und ein echtes Highlight nach einem Tag in Wels.

Olivi, das italienische Restaurant in der Welser Altstadt. Die Pasta und die Pizzen sind toll, aber auch die Saisonkarte kann sich immer sehen lassen. Leider ist der schönere Bereich zum Sitzen der Raucherbereich gleich nach dem Eingang.

Rustica, gleich nochmal italienisch. Von Kalabresen geführt geht es hier immer laut, lustig und einfach echt lecker zu!

Wer es gerne bodenständig-österreichisch mag, geht in’s Gösser Bräu. Vor allem im Sommer, denn der Gastgarten ist baumbeschattet und einfach gemütlich.

Ein bisschen mehr Eleganz gewünscht? Dann ab in’s Fortino, dessen einziger Nachteil es ist, nicht im Zentrum zu sein. Eine zehnminütige Autofahrt Richtung Wels West ist dafür in Kauf zu nehmen.

Indisch essen ist auch ein guter Tipp, und zwar im kürzlich eröffneten Indiya am Stadtplatz. Das Thali ist der Hit!

Der Absacker zum Tag in Wels

Last but not least geht es nun für den Absacker in meine Lieblingsbar. Gerüchteweise ist das Caffé da Mika der eigentliche Grund, warum sich mein Ehemann so leicht davon überzeugen hat lassen, von Linz nach Wels zu übersiedeln. Ob für ein italienisches Frühstück (sensationeller Cappuccino mit Cornetto) oder Aperol Spritz den ganzen Tag lang: Sitzt man hier einmal bleibt es auch dabei. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich das Mika nicht schon viel früher angeführt habe: Ich kann doch nicht nur IMMER im Mika sein. Also normalerweise schon, aber für meinen heutigen Beitrag ausnahmsweise mal nicht. 🙂 Leute schauen, ratschen und trinken – wer das ultimative italienische Lebensgefühl außerhalb von Italien sucht, findet es in der Welser Schmidtgasse.

 

Wirklich ihr Lieben – einen Tag in Wels zu verbringen lohnt sich tatsächlich! 🙂 Wer übrigens einen Anreiz braucht um Kinder (und Männer) vom Sightseeing zu überzeugen: Es gibt neuerdings eine Augmented Reality App Helden der Römerzeit von der Welser Innenstadt im Playstore und im Appstore.

 

 

 

2 Comments

  1. Maaa so cool, ich muss auch mal nach Wels!! Aso, warte, ich wohne ja eh schon dort! 🙂
    Cooler Beitrag, macht echt Lust auf „Wels, what else“!

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