Schon seit einiger Zeit in der Plastikwahnsinn in aller Munde – zum Glück! Es ist einfach unumgänglich geworden, dass wir beginnen umzudenken. In unserer Zeit ein plastikfreies Leben zu führen, ist eigentlich unmöglich. Habt ihr euch schon mal bewusst umgesehen und darüber nachgedacht, was alles aus Kunststoff besteht? Es gibt praktisch keine Gegenstände, die nicht zumindest teilweise aus dem fast unverrottbaren Stoff bestehen.

Der Kunststoff, der unserer Umwelt aber wirklich nachhaltig Probleme bereitet, ist nicht jener des Gehäuses des Kaffee-Vollautomaten, den ich über viele Jahre hinweg nütze. Es ist das Einweg-Plastik, das gerade alle Medien füllt. Verpackungsmaterial, das in vielen Fällen nicht mal sinnhaftig ist: folierte Gurken, Gemüsesackerl, Wasser- und Shampooflaschen. Es nimmt kein Ende.

Wer denkt, dass wir uns in Österreich nicht an der Nase nehmen müssen, weil das ganze Plastik im Meer hauptsächlich aus asiatischen Flüssen kommt, hat falsch gedacht: Laut Global 2000 (https://www.global2000.at/plastik) gelangen über die Donau rund 40 Tonnen Plastik ins Meer. Aus unserem Europa “ohne Kunststoffproblem”! Auch unser Recyclinganteil ist viel geringer, als die meisten Menschen denken würden. Vieles aus dem brav gesammelten Gelben Sack landet in der Müllverbrennungsanlage.

Plastik-Tatort Badezimmer

Wenn wir an Plastikreduktion im Alltag denken, dann fallen uns Gemüsesackerl und Joghurtbecher ein. Natürlich verwenden wir Einkaufstaschen, die lange halten und so den Griff zur klassischen Einkaufstüte obsolet machen.

Aber ist euch schon mal aufgefallen, was für eine Kunststoff-Katastrophe in unseren Badezimmern herrscht? Es existiert praktisch kein Mittel und Werkzeug für die Schönheit, das nicht in Plastik gefüllt ist. Das Problem: Tatsächlich kann man viel davon nicht ersetzen. Wer Mascara benützt kommt der Plastikverpackung nicht aus, und das ist bei weitem nicht das einzige Beispiel.

 

Ich bereits vor einigen Monaten begonnen, zwei Dinge in meinem Badezimmer zu verändern:

  1. Ich habe meine Mittelchen deutlich reduziert. Zum Glück nutze ich einfach nicht mehr viel abseits der unumgänglichen Dinge. An Haarpflege gibt es bei mir Shampoo, Haarbürste, Kamm und ein Haarspray, das ewig hält, weil ich es nur selten brauche. Mehr nicht. Auch meine riesige Make-Up-Sammlung wurde auf das absolute Minimum verkleinert.
  2. Ich habe einiges, das in Plastikflaschen daherkommt, durch Alternativen ersetzt. Und diese Alternativen möchte ich euch vorstellen!

Gesichtsseife

Ersetzt:

  • Waschlotion
  • Gesichtswasser
  • Make-Up-Entferner

Gesichtsreinigungsmittel sind für mich, seit ich Seife verwende, völlig obsolet geworden. Vorsicht: Ich spreche nicht von der klassischen Handreinigungsseife, die jede Haut so trocken wie Papier macht, sondern von speziellen Seifen, die pH-hautneutral und  besonders sanft sind und keine Erdöl-basierenden Rohstoffe beinhalten.

Hier habe ich mich in zwei verschiedene Seifen echt verliebt. Sie trocknen meine Haut nicht aus (zumindest nicht mehr als ein herkömmliches Mittel zur Gesichtsreinigung) und sind frei von jeglichen „bösen“ Inhaltsstoffen.

Auch die Make-Up-Entfernung funktioniert damit bestens – ohne Rückstände oder Brennen in den Augen!

Körperseife

Ersetzt:

  • Duschgel
  • Rasierschaum

Duschgel in der Plastikflasche? Nie wieder, und das ganz ohne Verzicht. Die Körperseifen trocknen die Haut nicht aus und sind so seifi-dick, dass ich sie sogar statt Rasierschaum verwenden kann.

Tipp für die Verwendung als Rasierschaum:
Die Seife nass ein paar Mal in den Händen wenden und dann die Hände aneinander reiben. So entsteht richtig dicker, luxuriöser Schaum.

 

Ich verwende:

Bambus-Zahnbürste

Die Bambus-Zahnbürste habe ich mir als Test für meine kommenden Monate in Thailand bestellt. Thailand ist ja bekanntlich ein Land, in dem mit Plastik leider ganz schlecht umgegangen wird. Umso cooler ist die Idee, eine Zahnbürste zu verwenden, die ich am Ende ihres Lebens sozusagen dort im Wald entsorgen kann (was ich natürlich nicht tue).

Bambus ist ein hervorragender Rohstoff, weil er so schnell nachwächst. Die Zahnbürste hat, was mich erstaunt hat, keinen seltsamen Eigengeschmack. Gewöhnungsbedürftig ist vielleicht der Holzstiel, der doch ein raueres Gefühl im Mund verursacht als die glatte Oberfläche einer Plastikzahnbürste.

Mein einziger Kritikpunkt an der von mir verwendeten Zahnbürste: Mir persönlich ist der Bürstenkopf zu groß. Aber man kann nicht alles haben!

 

Ich verwende:

*Dies ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn ihr auf diesen Link klickt und das Produkt kauft, bekomme ich eine kleine Provision dafür, für euch bleibt der Preis aber gleich!

Solid Shampoo & Essig

Ja wirklich, es gibt dehydriertes Shampoo, das aussieht wie eine kleine Seife. Übrigens nicht zu verwechseln mit Haarseife. Haarseife habe ich davor ausprobiert, davon habe ich aber sehr strähnige Haare bekommen. Solid Shampoo dagegen ist der Hit. Die Verwendung funktioniert wie mit Seife, wobei ich meinen Shampoo-Klotz direkt in meine nassen Haare reibe um eine gute Menge Schaum zu bekommen. Nach dem Ausspülen fühlen sich meine Haare etwas strohig an, aber auch dagegen gibt es ein probates, plastikfreies Mittel, nämlich der gute alte Apfelessig! Einfach im Verhältnis 1:5 mit Wasser mischen, nach dem Auswaschen des Shampoos die Haare damit spülen, und nicht abspülen! Der Geruch verfliegt völlig, sobald die Haare getrocknet sind.

Bei mir fühlen sich die Haare nach Solid Shampoo und Apfelessig im nassen Zustand noch etwas widerspenstig an, werden aber, sobald sie getrocknet sind, ganz seidig weich.

Ich verwende:

Weitere Ersatzprodukte

Wattestäbchen

Einfach Wattestäbchen mit Karton-Stiel statt jene mit Plastik-Stiel kaufen. Funktioniert genauso gut, kostet nicht mehr und ist frei von Kunststoff. Einfacher geht es nicht!

 

Gesichts-Pads

Niemand braucht mehr Watte-Pads! Entweder ihr näht euch eure waschbaren Gesichts-Pads selbst aus Bio-Baumwolle oder Frottee-Stoff, oder ihr kauft sie euch einfach. Wie zum Beispiel jene von Bambusliebe*, von denen ich auch die Zahnbürsten habe.

*Affiliate-Link von Amazon

 

Der gute alte Waschlappen und die Körperbürste

Eigentlich sind Peeling-Produkte etwas völlig Unnötiges. Ein Frottee-Waschlappen oder eine Gesichts-Bürste und eine ordentliche Körperbürste mit langem Stiel ersetzen jedes Peeling-Produkt in der Plastikflasche mit Mikroplastik-Körnchen.

Wer gerne etwas Chiceres als Bürsten & Waschlappen nutzen möchte, kann einen Peeling-Schwamm aus Konjakwurzel nutzen, so wie dieser hier von SauberKunst. Ich habe ihn in Verwendung und finde ihn sehr angenehm.

 

 

 

Habt ihr in euren Badezimmern auch Alternativprodukte in Verwendung? Gerne nehme ich noch weitere Tipps und Produktempfehlungen entgegen!

 

Ich freue mich auch, wenn ihr eure Erfahrungen mit den von mir genannten Produkten mit mir teilt, aus Neugier, wie es euch damit geht!

 

Eure Tipps & Produktvorschläge

Nachfolgend möchte ich euch nicht vorenthalten, was meine Blogleser an Produkten vorgeschlagen haben!

 

Käthe von Käthe’s Kiste nützt den Duschbrocken, festes Shampoo und Duschgel in einem.

 

Meine Freundin Tamara macht ihre Zahnpasta selbst. Das geht ganz einfach mit Kokosöl, Birkenzucker, Natron und Pfefferminz- oder Eukalyptusöl. Ein Rezept findet sich zum Beispiel auf der Website von Sonnentor.

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