Hütte, Wandern, Zillertal

Schon Ende 2016 haben mein Mann Michael und ich eine Wanderwoche mit unserem Hund Rocco, zwei Freunden und ihrem Baby geplant. Die Zieldefinition erfolgte verkehrt herum: Wir haben uns eine Hütte ausgesucht, und mit der Hütte kam die Urlaubsregion. In Österreich, wo es so viele traumhafte Bergregionen gibt, ist dies wohl die einfachste Art, sich für ein Urlaubsziel zu entscheiden. Und so kamen wir ins Zillertal im schönen Tirol.

 

Anreise ins Zillertal

Wir, vier Erwachsene, ein großer Hund und ein Baby, sind mit zwei Autos angereist. Üblicherweise bin ich ein Fan von „Lasst uns alle zusammenrücken!“. Das war in diesem Fall nicht möglich. Einerseits kamen wir aus zwei verschiedenen Richtungen, andererseits brauchen Babys und große Hunde viel Platz. Wer dagegen mit weniger Gepäck auskommt, dem sei die Anreise per Zug empfohlen. Vom Bahnhof Jenbach aus geht es mit der Zillertalbahn in alle Gemeinden des Zillertals. Es gibt zahlreiche Wanderbusse, die regelmäßig in alle schönen Ecken des Tals pendeln. Also keine Ausrede! 🙂

 

Unterkunft

Das Zillertal ist ein echter Touristenmagnet. Es gibt kaum ein Haus, das kein Apartment oder Privatzimmer vermietet. Wir haben unsere Selbstversorgerhütte (Kaiser-Franz-Josef-Hütten) über huetten.com gebucht. Die vier Hütten im Reihenhaus-Stil sind super ausgestattet, total bequem, urig und gemütlich – und sehr hundefreundlich.

Ich bin generell ein Fan des Selbstversorger-Urlaubs. Denn eine eigene Küche lässt mir täglich die Wahl, ob ich mir selbst etwas kochen oder lieber nett in ein Restaurant ausgehen will.

 

Gepäck für Hütte und Bergwandern

Schande über mich: Ich hatte in einem großen Koffer gut 50% zuviel an Kleidung und Zeug mit. Was ich dort wirklich gebraucht habe war wirklich nur das Nötigste. Auf ein paar Dinge hätte ich aber wirklich nicht verzichten können: Ihr findet sie in meinen Hüttenurlaub-Essentials!

 

Unser Urlaubsort: Hochfügen

Vom Talort Fügen aus führt eine 14 km lange Bergstraße rund 900 Höhenmeter hinauf nach Hochfügen. Im Sommer ist es nicht viel mehr als eine Ansammlung von Hotels, Chalets und Hütten. Eine Möglichkeit Lebensmittel zu kaufen gesucht? Restaurants oder Bars am Abend? Fehlanzeige. Dafür müsst ihr hinunter nach Fügen per Bus oder Auto.
Toll ist aber, dass die Wanderwege vor der Haustüre starten.  Wanderwütige ohne Party- oder Ausgehambitionen finden in Hochfügen einen toller Urlaubsort, allen anderen würde ich einen der Talorte wie Mayrhofen oder Zell am Ziller empfehlen.

 

Hund im Zillertal

Weil es so herausstechend war, muss ich das hier erwähnen: Ich war selten an einem so hundefreundlichen Ort wie im Zillertal. Egal wo wir waren, immer war die Begeisterung für den Hund groß. Und die beiden Bergbahnen, die wir benutzt haben (Panoramabahn Geols und Ahornbahn) transportieren Hunde kostenlos und ohne Maulkorb. Das freut das Hundebesitzer-Herz 🙂

 

Wanderungen

Wir haben im Laufe der Woche ein paar tolle Wanderungen unternommen. Natürlich ist es als Urlauberin nicht möglich, in nur einer Woche einen guten Querschnitt an Routen zu empfehlen. Wer ein Nachschlagewerk sucht, dem empfehle ich die Zillertal-Wanderführer von Rother und Kompass. Zusätzlich sind die Tourismus-Büros eine gute Anlaufstelle für Tourenvorschläge und Wanderkarten.

 

4-Almen-Wanderung

421 m Höhenmeter / 7,7 km / ca. 2,5 h / ab Hochfügen

Unsere erste Wanderung war eine ganz einfache Rundtour über die schönen Almen rund um Hochfügen. Sie war ausgezeichnet geeignet für unser mitreisendes befreundetes Paar, die ihre 7 Monate alte Tochter in der Rückentrage mithatten. Der sehr gut beschilderte Weg startet am Parkplatz in Hochfügen und führt stetig bergauf, über Straßen und Forststraßen, später über einfache Wandersteige durch den Wald. Die Ausblicke auf die umliegende Bergwelt ist grandios. Ich liebe es, dass überall Bäche die Berge herabgurgeln. Schließlich ist das auch für meinen Hund perfekt!

Filzenkopf am Ahorn

249 Höhenmeter / xx km / ca. 1,5 h / ab Bergstation Ahornbahn

Die zweite Wanderung sollte eigentlich eine „ordentliche“ Tour sein und vom Schlegeis-Stausee auf die Olperer Hütte führen. Nach einer Stunde im Stau haben wir die Anfahrt zum Stausee allerdings aufgegeben und sind spontan in Mayrhofen mit der Ahornbahn auf den Ahorn gefahren (kostenlos für Hunde). Aus der „ordentlichen“ Tour wurde dort oben dann eine relativ kurze Wanderung auf den Filzenkopf (2227 m). Am Gipfelkreuz tummelten sich die Massen, das Highlight war eine Herde kuschelbedürftiger Ziegen.

Ich empfehle, vom Filzenkopf weiter über den Grat zu wandern. Der nächste „Gipfel“ (ohne Gipfelkreuz“  ist nur 10 Minuten entfernt und gehört euch ganz alleine. Und der dortige Rundumblick ins Tal und auf die Berge ist ein Traum.

Übrigens: Der Ahorn ist ein ganz tolles Ausflugsziel für Kinder, und die dortige Adlerbühne Ahorn ist Europas höchstgelegene Greifvogelstation Europas.

Gartalm – Kellerjoch – Hochfügen

700 m aufwärts / 1.200 m abwärts / 12,8 km / ca. 5 h / ab Bergstation Geolsbahn

Am dritten Tag unseres Zillertal-Aufenthalts sind Michael, Rocco und ich alleine aufgebrochen und mit der Panoramabahn Geols (ebenfalls kostenlos für Hunde) in luftige Höhen aufgefahren. Von dort aus ging es Richtung Gartalm, recht gemütlich über Wanderwege und eine Forststraße. Angekommen bei der Gartalm haben wir uns entschieden das Kellerjoch (Aufstieg 500 Höhenmeter) zu besteigen. Die Wanderung führt zuerst gemächlich über einen schönen Steig bergauf, dann sehr steil über eine Wiesenflanke zu einer hübschen Kapelle am Gipfel. Dort: ein toller Blick auf die umliegenden Berge und ins Inntal.

Zurück sind wir über die Kellerjochhütte gegangen, was sich leider als Fehler herausgestellt hat. Die kurze Strecke zur Hütte beinhaltet in paar gesicherte Passagen, die für meinen großen Hund eine echte Hürde waren. Dank einem gut sitzenden Geschirr haben wir ihn erfolgreich hinuntergehantelt.  Aktionen wie diese vermeide ich aber lieber. Der Abstieg über die Wiesenflanke ist hundegeeigneter. Wer zur Kellerjochhütte will, kann am Fuße der Flanke einen einfacheren Weg nehmen.
Zurück bei der Gartalm geht es den Wegweisern nach Richtung Hochfügen, zumeist über recht langweilige Forststraßen. Auch hier findet sich immer wieder frisches Bachwasser für Rocco. Da die Strecke  sehr lange und ermüdend ist, empfehle ich, nach dem Kellerjoch über die Gartalm direkt zur Talstation der Geolsbahn abzusteigen und euch so die Forststraße zu ersparen.

 

 

Schlegeis-Stausee – Olperer Hütte – Neumarkter Runde

750 Höhenmeter / xx km / ca. 4 h / ab Parkplatz am Schlegeis-Stausee

Anlauf 2 zur Wanderung zur Olperer Hütte! Wir sind per Auto auf einer 20 km langen Mautstraße zum Stausee gefahren. Leider haben wir gar nicht daran gedacht, dass der Wanderbus von Mayrhofen aus uns sowohl die Mautgebühr als auch die mühsame Auffahrt und den Sprit erspart hätte.

Vom beeindruckenden Stausee geht es steil hinauf über viele Felsstufen und felsige Wanderwege bis zur perfekt gelegenen Olperer Hütte. Der Ausblick ist einer der bekanntesten im Zillertal. Übernachtungen sind möglich. Es muss herrlich sein, mit diesem fantastischen Blick einen neuen Morgen zu beginnen!

Nach einer Stärkung wanderten wir die Neumarkter Runde weiter, zuerst im Auf und ab über felsige Wege, dann steil und wieder über hohe Felsstufen hinunter auf ein Almenplateau mit Wildbach und weiter bis zum Parkplatz zurück. Der Weg ist zwar prinzipiell unschwierig, aber Stöcke können hier richtig gute Dienste leisten. Wer angeschlagene Knie hat, sollte auf diese Strecke besser verzichten.

Die absolut überwältigende Hochgebirgs-Landschaft macht die Wanderung zur echten Traumstrecke. Vor allem mit dem Abstieg über die Neumarkter Runde ist sie ein Zillertal-Highlight erster Güte.

 

Und zu guter Letzt: die kulinarischen Schmankerl

Ganz typisch für das Zillertal sind die deftigen Zillertaler Krapfen mit Käsefüllung, die in Rindsuppe servierten Pressknödel und das selten gewordene Muas, das angeblich noch auf wenigen Hütten frisch zubereitet wird. Allerdings nicht auf jenen, die wir besucht haben. Gleich nach meinem Urlaub habe ich es nach einem Original-Rezept ausprobiert. Was soll ich sagen? Ein stiller Traum und eine echte Kalorienbombe!

Außerdem haben wir unsere Graukas-Einkäufe gleich in einen Berg von richtig g’schmackigen Kaspressknödel verwandelt, die sich perfekt auf Vorrat machen und einfrieren lassen.

 

 

Links

Informationen, Anreise

https://www.zillertal.at/

https://www.mayrhofen.at/

https://www.tirol.at/

https://www.huetten.com/

http://www.oebb.at/de/

http://www.zillertalbahn.at/

 

Bergtouren, Wanderungen

https://www.zillertal.at/

http://www.bergfex.at/sommer/zillertal/touren/wandern/ 

 

 

 

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