Wo ist der Spaß am Bloggen hin?

Blogs sind eine megacoole Sache. Ich kann meine Gedanken, meine Erlebnisse und meine Träume frei mit Unbekannten im Internet teilen. Dort werden sie gelesen (oder auch nicht). Die Lust am Schreiben steht im Vordergrund, die Freude am Verbreiten von den eigenen Abenteuern.

So war das mal mit Spaß am Bloggen. Blog anno 2000er-Jahre.

Stress 3.0 hat den Blog erreicht

Schon lange will ich einen Reiseblog. Ich reise für mein Leben gerne. Am allerliebsten wäre ich nur unterwegs und gelegentlich zu Hause, um meine Freunde zu besuchen. Also was liegt näher als ein Blog um meine Lust am Schreiben und meine Freude am Reisen zu verbinden. Im Sommer 2017 war es soweit. Der Name „Wanderhunger“ wurde gefunden. Ein Logo entwickelt. Domain, Webspace, Facebook-Page und Instagram-Account eingerichtet. Und dann habe ich mich über Monate mit WordPress beschäftigt. Genial!

Willkommen Leistungsdruck!

Natürlich will man es gut machen mit einem neuen Blog. Meine allerersten Blogs waren super-simpel. Text und ein paar Bilder, das war’s schon. Aber die Vorgabe durch die aktuellen Blogger-Stars ist gewaltig. Eigentlich muss man Webdesignerin, Programmiererin, Texterin, Photoshop-Profi und Fotografin in einem sein, um auch nur annähernd mithalten zu können. Mit einem Bruder mit Programmier-Kenntnissen, einer Art Director-Freundin und Grundkenntnissen in Photoshop (und Handyfiltern) konnte ich mich hinhanteln. Das Ergebnis? Für sich alleine stehend in Ordnung. Im Vergleich mit anderen niederschmetternd.

Und der Spaß am Bloggen ist dahin

Willkommen lieber Stress. „Vergleiche dich nicht mit anderen, du bist einzigartig“. Supertoll. Klingt gut, hilft mir aber leider gar nicht weiter. Mein ursprüngliches Theme ist großartig, aber meine Fotos? Naja. Meine Texte habe ich gerne, das ist eben mein Schreibstil. Aber Pinterest präsentiert mir jeden Tag neue Pins wie „Die 30 besten SEO-Headlines für deinen Blog!“ oder „Wie dein Blog ganz vorne landet!“.

Aus meiner spontanen Wohlfühl-Headline müsste also „Die 30 Top-Sehenswürdigkeiten in Budapest“ oder „Absolute No-Go’s beim Kofferpacken“ heißen. Aber vielleicht will ich gar nicht über’s Kofferpacken schreiben. Ich möchte einen Wochenendtrip genießen OHNE eine Liste führen zu müssen, welche geheimsten aller Geheimtipps ich abklappern muss, um danach darüber schreiben zu können. „Die vergessenen Highlights von Prag, eine Must-See-Liste“. Bäh! Was habe ich denn von meinem Trip, wenn ich dort nur rumhetze, die passende Headline schon im Kopf.

Schluss. Aus. Ende. Minimalismus zurück in den Blog!

Ich zitiere aus Wikipedia:

Das oder auch der Blog /blɔg/ oder auch Weblog /ˈwɛb.lɔg/ (Wortkreuzung aus engl.Web und Log für Logbuch oder Tagebuch) ist ein auf einer Website geführtes und damit meist öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Blogger, international auch Weblogger genannt, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert („postet“) oder Gedanken niederschreibt.

Ich kehre hiermit zurück zum Ursprung. Ich will wieder zurück zum Spaß am Bloggen und nicht bloggen, nur um Leser zu gewinnen. Meine Headlines werden so klingen, wie ich sie zum Text passend haben möchte, und nicht SEO-optimiert. Und die Fotos werden nicht GEO Magazin-tauglich sein, sondern das zeigen, was ich erlebt habe. Mit den technischen Hilfsmitteln und meinen beschränkten Kenntnissen darüber, die mir zur Verfügung stehen. Der Instagram-Account wird keine 100.000 Follower generieren, weil ich mir die Follower weder kaufe, noch meine Bilder perfekt genug sind, um gegen die Konkurrenz bestehen zu können. Und auf Facebook werden mir jene folgen, die sich für mich und meine Erlebnisse interessieren.

Lieber Kaffee trinken als stressen lassen!

Das ist die Aufgabenstellung für meinen „Blog Neu“

(aka: „5 Must-Do’s, wie Sie Ihren minimalistischen Lifestyle in Ihren Blog transferieren“)

  • Mein wunderschönes Magazine-Theme weicht diesem simplen Blog-Theme
  • Das Menü mit 5 Hauptmenüpunkten und dem Untermenü wird reduziert auf 3 Hauptmenüpunkte
  • SEO-Optimierung findet nur noch in erträglichem Maße statt
  • Begeisterung am Schreiben statt verzweifeltes Ringen um Leser
  • Am wichtigsten: Ich starte die Kategorie „Persönliches“ mit diesem Beitrag und mache mich selbst wieder zur Hauptperson meines eigenen Blogs

Lasst euch nicht einschüchtern, und habt Spaß!

Sollte es anderen Blog-Neulingen wie mir gehen – ich freue mich über eure Rückmeldung! Habt wieder Spaß am Bloggen! Kümmert euch nicht um die Superstars. Wer weiß – vielleicht werde ich eines Tages diese Website wieder auf mein schönes Magazine-Theme umstellen und Freude daran haben, meinen Blog zur Perfektion zu treiben. Aber jetzt ist nicht die Zeit dafür. Jetzt will ich zurück zum Ursprung des Blog-Gedankens finden und schreiben aus reiner Freude.

Eure Martina

 

 

 

4 Comments

  1. Gefällt mir gut, irgendwie wirken viele Blogs schon so austauschbar… mit deinem Stil bleibt die Originalität erhalten. Das ist meinerseits das größte Lob, das ich austeilen kann: Originalität. Gibt‘s leider nicht mehr so viel davon. Weiter so!

  2. Nur so bleibst authentisch und dein blog glaubwürdig! Respekt vorm „gegen den strom schwimmen“ und einfach schreiben, weil’s spass macht. Is ja auch das wichtigste im leben… der spass 😁

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