Kleine Museen in Salzburg: Auf jeden Fall!

In Museen zu gehen ist ja meist nicht gerade die Lieblingsbeschäftigung von Reisenden. Meine auch nicht. Zwar lese ich oft von Ausstellungen, die interessant klingen. Dann aber wirklich hinzugehen ist ein ganz anderes Thema.
In Salzburg, eine meiner Lieblingsstädte, bin ich regelmäßig und habe dort auch gewohnt. Im Laufe der Zeit sammeln sich  doch einige Museumsbesuche an. So war ich im Museum der Moderne am Mönchsberg, im Domquartier, im Haus der Natur, in der Stiegl Brauwelt und im Salzburg Museum in der Neuen Residenz. Das sind die Klassiker, die kulturinteressierte Touristen auf dem Pflichtprogramm stehen haben.

 

Da gibt es doch noch mehr!

Da ich dieses Wochenende wieder einmal in Salzburg war, habe ich mich mal etwas umgeschaut, was es eigentlich noch zu entdecken gibt. Die ausführliche Tourismus-Website hat mich auf etwas aufmerksam gemacht, das ich bisher gar nicht angedacht hatte: auf kleine Museen in Salzburg.
So habe ich mir meinen Freitag Nachmittag so eingeteilt, dass ich einige davon besuchen konnte: Vier standen am Plan, leider waren nur drei geöffnet.

 

Das Salzburger Weihnachtsmuseum

Wer bitte geht mitten im September in ein Weihnachtsmuseum? Ja hier, ich mache das! Ich LIEBE Weihnachten und die Vorweihnachtszeit. Also warum nicht ins Weihnachtsmuseum. Die Lage ist ideal: am Domplatz 2, im ersten Stock über dem Café Glockenspiel.
Außer mir waren am Freitag Nachmittag drei ältere weibliche Touristinnen oben, sonst hatte ich das Museum für mich alleine. Im ersten Raum sind alte Adventkalender und Krippen ausgestellt, dazwischen sind an der Wand immer wieder Infotafeln. Alles sehr sympathisch hergerichtet, bei den alten Bilder-Adventkalendern kommt echte Nostalgie auf.

Weiter geht es direkt zu den Nikolaus- und Krampusfiguren in allen Ausführungen. Dass Krampusse auch als Maroniverkäufer dargestellt wurden, fand ich sehr erheiternd. Low-Carb-Anhänger können hier sicher einen engen Zusammenhang finden.
Weiter ging es mit Keks- und Kuchenformen, Puppen aller Art, einem Weihnachtsraum aus vergangenen Zeiten, mehreren Weihnachtsbäumen und Baumschmuck. Danach verlässt man das Museum wieder nach einer Art Rundgang.

Fazit: Ich hätte das Weihnachtsmuseum vielleicht doch lieber zur Adventzeit besuchen sollen. An einem halbwegs schönen Septembertag kam nicht mal bei mir das richtige Feeling auf. Die Präsentation ist gelungen, alles sieht topgepflegt aus. Trotzdem würde ich den Eintrittspreis von doch recht happigen 6 Euro das nächstemal eher in einen Cappuccino im Glockenspiel investieren.

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Das Panorama-Museum

Gleich um’s Eck vom Weihnachtsmuseum liegt, hinter dem Dom, das Panorama-Museum am Residenzplatz 9. Zu sehen ist ein 360° Rundgemälde mit einem Umfang von 26 m von J.M. Sattler aus dem 19. Jahrhundert. Frisch restauriert ist es in einer erstaunlich lässigen Präsentation zu sehen.
Ich hatte am Freitag Nachmittag das Museum ganz für mich alleine. Es besteht aus einem großen Raum mit allerlei Wissenswertem über Salzburgs Plätze und Straßen damals & heute. In der Mitte steht ein großer Zylinder, begehbar über einige Treppen. Dort drinnen kann man, getrennt durch eine Glasbalustrade, das Gemälde betrachten, das Salzburg und Umgebung zu Sattler’s Zeiten zeigt.

So unspannend das jetzt klingt – ich war wirklich beeindruckt! In die Rundung hineingeschaut wirkt das Panorama flach, aber wenn man direkt auf den Teil vor sich schaut, wird es dreidimensional und lebendig. Die Details sind unglaublich! Wer will, kann diese auch mithilfe der Fernrohre betrachten. Die Altstadt sieht ja noch sehr ähnlich zu heute aus, aber blickt man daran vorbei ist es fast unvorstellbar, wie klein Salzburg damals war. Wo heute alles weitflächig verbaut ist, herrschte noch Landwirtschaft und Viehhaltung.

Wenn man sich von diesem wunderbaren Panorama trennen kann, geht man über einige Stufen dem Ausgang entgegen. Auch hier sind zu beiden Seiten noch interessante Ausstellungsstücke zu sehen. Dabei geht es viel um die Themen Geologie und Archäologie.

Fazit: Die 4 Euro Eintritt und die 45 investierten Minuten sind es wirklich wert. Mich hat das Panorama-Museum ganz bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen.

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Das Domgrabungsmuseum

Unter Dom- und Residenzplatz gelegen bietet das Domgrabungsmuseum Einblick in die römische Zeit. Mir aber leider nicht, denn es hat nur im Juli und August geöffnet. Schade, vielleicht nächstes Jahr!

 

Das Museum Wasser.Spiegel

Das Wasser.Spiegel liegt perfekt für einen schönen Nachmittag – mitten am Mönchsberg, der immer zu einem Spaziergang einlädt. Hier bietet die Salzburg AG die Möglichkeit, die Wasserversorgung von Salzburg im Detail kennenzulernen. Der Eintritt von 5 Euro beinhaltet einen Audio-Guide, mit dem die Besucher an 16 Stationen alles von der historischen bis zur modernen Wasserversorgung entdecken.

Aus Zeitgründen (ich war erst eine halbe Stunde vor Museumsschluss da) habe ich die meisten Audioguide Infopoints ausgelassen und bin nur durch die Ausstellung gewandert. Von den Quellen rund um Salzburg über Transportrohre, ihre Materialien und ihre Schwachstellen bis hin zu den heutigen megalomanen Anlagen ist das Thema sehr interessant aufbereitet, auch Kindern wird sicher keinen Moment langweilig sein.

Fazit: Für mich hat die Ausstellung zwei Highlights: Zum einen der Einblick in die gigantischen Hochbehälter, die Salzburgs Trinkwasser speichern, zum anderen der Wasserhahn mit Trinkmöglichkeit und die sehr amüsanten Betrachtungen der Qualität von Leitungswasser anderer Städte. Das Thema wird den Besuchern kurzweilig und abwechslungsreich nähergebracht und ist die 5 Euro Eintritt allemal wert. Ideal auch im Sommer: Im Museum (im Berg) hat es permanent nur 12 Grad.

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Kleine Museen in Salzburg: Vergesst sie nicht!

Gerade wenn ihr während eures Ausflugs zwischendurch Zeit habt, denkt an die nicht so berühmten Museen. Für die meisten reicht schon eine Zeitinvestivion von 30 bis 45 Minuten, und man kann wirklich tolle Entdeckungen machen, die nicht jeder schon kennt.

 

 

 

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